Zucht (2 of 15)

In den vergangenen 80-er Jahren hatte der Zirkus Knie erfolgreich eine Gruppe arabischer Pferde aus Bábolna in der Manege vorgeführt. Ronald M. Kidd, der damalige Geschäftsführer der WAHO, Ursula Rahm und Bruno Furrer besuchten 1981 diese Pferde im Winterquartier in Rapperswil. Aufgrund ihrer Brände konnten die Pferde eindeutig identifiziert werden. Die beiden Rappen, ein Siglavy und ein O’Bajan XIII-Sohn (im Zirkus nannte man ihn Badan), weckten die Aufmerksamkeit der Besucher ganz besonders, und man nahm von der Kniedirektion das Versprechen ab, dass, wenn die beiden Rappen altershalber ausgemustert würden, sie der Shagya-Araberzucht zugeführt werden sollten.
Schon ein Jahr später kam der Anruf nach Gerlikon, dass die Rappen ausgemustert würden und falls Interessenten da wären, man die beiden verkaufen würde. Josef A. Frei aus Binningen war bereit, den Kauf zu tätigen. Einen Tag bevor die Hengste hätten abgeholt werden sollen, ging Siglavy ein. So kam nur noch der inzwischen 22-jährige Badan zum neuen Besitzer ins Baselland.
1982 sollte der heim-wehgeplagte Hengst zur Körung in der Schweiz antreten. Nur mit Mühe konnten die Besitzer den alten Herrn in gutem Zustand erhalten, und die Körkommission, zu der damals Ronald Kidd und Bruno Furrer gehörten, konnten die nationale Körkommission erst nach langen Diskussionen davon überzeugen, dass der Hengst O’Bajan XIII-1, 1959, Bábolna, schon seiner Abstammung wegen, gekört werden müsste.
Nun sollte Badan also decken. Die Schwierigkeit: Der Hengst konnte nicht mehr steigen; und decken, das schon gar nicht. Im Zirkus waren doch solche Eskapaden nicht erlaubt! Ein tschechischer Tierarzt aus dem Berner Oberland übernahm den Fall und kein Mensch weiss, wie er es geschafft hat, jedenfalls wurde Ursula Rahms O’Bajan I-17 trächtig und brachte ein Jahr später Batan zur Welt. Das war die einzige Bedeckung, die O’Bajan XIII-1 schaffte, kurz darauf verstarb der Hengst. Batan wurde von Josef A. Frei von der Züchterin übernommen, der Hengst wurde gekört und leistete die Hengstleistungsprüfung, bevor er schliesslich als O’Bajan XVIII Hauptbeschäler in Bábolna wurde. Batan war wohl einer der Gründe, weshalb eine Kommission aus Bábolna die Schweiz im Jahre 1990 besucht hatte. Man wollte den einzigen verbliebenen wirklichen O’Bajan nach Bábolna holen.

Batan, O'Bajan XVIII (Báb), 1984, CH-Himmelried von O’Bajan XIII-1, Badan (CH),1959, Bábolna aus der O’Bajan I-17, 1971, Barthahus.

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15